Ränke in Fangilla
An einer langgezogenen, sich immer weiter öffnenden, Bucht gelegen, ist Fangilla in seiner Vielfältigkeit immer wieder Anziehungspunkt für die verschiedensten Menschen und Wesen von Mittelerde gewesen und dabei stetig weiter gewachsen.
Im Jahr 1432 des III. Zeitalters misst die Bevölkerung 30000 Häupter, doch viele davon leben in Armut und Not in den Stadtteilen Fusa (gelb, braun) oder Raltak (grün, sand).
Die reicheren Bürger leben abgeschirmt in der Matach (violett). Sie sind Händler, Gelehrte oder Zauberkundige, die von weither aufgesucht werden. Außerdem befinden sich hier die Sommerresidenzen von einigen reichen Patrizierfamilien aus Gondor, die allerdings unterdessen weitestgehend von ihren Besitzern verlassen wurden.
Unumstrittene Herrscher dieser Stadt sind die Piraten („Beherrscher der Wellen“), die in herrlichen Palästen, die auf Sandsteinfelsen in der vorgelagerten Bucht sitzen, wohnen.
Ihre Befugnisse sind uneingeschränkt und sie verfügen über die restlichen Bewohner, als seien es ihre Besitztümer.
Doch sind auch diese nur Diener, Diener einer höheren Entität, deren Hunger nach Seelen ungestillt ist und entweder in der Arena oder dem Oro dal Ardad, dem Schlund, seine Nahrung fordert.
Recht schnell wird allerdings klar, dass auch sie nur ein Rädchen in einem unheilvollen Spiel sind.
Aus dem Hintergrund agieren die Beth, ein Orden von Schwestern in weißen Gewändern, deren Oberin Tessone keinerlei Widerspruch duldet.
In ihren zahlreichen Verstecken in den umliegenden Sandsteinbergen organisieren sie verbissen den Widerstand und bekommen immer neue Verbündete.
Diese finden sich nicht nur bei der einfachen Bevölkerung. Auch immer mehr Bewohner der Matach und auch andere einflußreiche Leute beginnen sich für ihre Sache zu begeistern.
Doch regt sich Widerstand. Allen voran die Segmahal, die immer mehr Menschen der einfachen Bevölkerung auf ihre Seite ziehen können, um der Herrschaft der Piraten und der Beth ein Ende zu setzen.
Ihr Anführer Omakan träumt davon die Herrschaft seiner Vorväter fortsetzen zu können, sieht er sich doch als Nachfahre der Prinzen-Dynastie, die bei der Entstehung der Stadt die Herrscherkaste waren und die ersten Arenakämpfe initiierten.
Doch auch unter den Piraten finden sich Zweifler, die das Leben unter den Bedingungen, die ihnen die Beth vorschreiben, als zu einengend und stereotyp empfinden.
Daher suchen sie nach Möglichkeiten aus diesem Korsett auszubrechen, um wieder ein freies Leben führen zu können.
Kein immerwährendes monatliches Ritual auf der Insel der Ahnen, welches sie zum Gehorsam zwingt.
Doch auch vor den Toren der Stadt wartet wachsendes Unheil. Mehrere Ostlingsstämme lagern vor der Stadt und haben nur ein einziges Begehren.
Sie wünschen die Gebeine einer der ihren, der heiligen Bewlaka Rowanthé zu bekommen, die in den Grabkammern nördlich der Stadt ihre letzte Ruhestatt gefunden haben.
Beschützer dieser Kammern sind die Beth, die eine Herausgabe grundweg ablehnen.
Die Ostlinge bzw. ihre Matas, also Schamaninnen, sind aber bereit dafür große Opfer zu bringen.
In diesem Wirrwarr unterschiedlichster Interessen und Ränkespiele scheint es nur eine Gruppe zu geben, die scheinbar ungerührt den Geschehnissen passiv beiwohnt .
Die Ordensschwestern auf der Insel der Taquaris, einer feengleichen Wassergottheit, die ehedem einmal mit den Piraten verbündet waren, scheinen keinerlei Interesse an den Vorgängen in der Stadt zu haben.
Vielleicht warten sie aber auch nur ab, bis der richtige Moment gekommen ist, um die Initiative zu ergreifen.
In diesem vielfätigen politischen Bild lassen sich vielerlei Abenteuer finden, doch ist dies in erster Linie von der Stufe und der Auffälligkeit der Abenteurer abhängig. Die Piraten haben ihre Werber, die vor den Toren der Stadt nach geeigneten „Spielobjekten“ Ausschau halten, denn die Piraten sind immer auf der Suche nach interessanten Menschen, die sie in ihr Ränkespiel einbinden können. Es ist also mehr als wahrscheinlich, dass höherstufige Charakter ganz unmittelbar in politischen Geschehnisse hereingezogen werden.
- Abenteuer durch oder mit den Piraten (besonders höherstufige Charaktere), in der Folge Begegnungen mit den Beth, den Segmahal und anderen Interessensgruppen
- Abenteuer in der Stadt, kleinere Aufträge, Diebstähle
- Abenteuer bei den Ostlingen, Einbeziehung in die Geschichte um Rowanthé
Was auch immer die Abenteurer in der Stadt zu erledigen haben, sie sollten immer daran denken, dass bei unrechten Dingen immer die Arena oder sogar der „Schlund“ droht !!!
Eine Woche ist vorbei, die Abenteurer haben sich vollends in die Geschichte der Stadt verstrickt und haben sich zudem voneinander getrennt. Der eigentliche Grund ihres Aufenthalts ist in den Hintergrund getreten und andere Zwänge, existenzielle Dinge, sind dazwischen gekommen.
Durch und mit dem Wirken der Abenteurer in der Stadt haben sich gewisse Dinge entwickelt, die anscheinend nur darauf gewartet haben endlich in Gang zu kommen.
Die Piraten haben sich entzweit, die Einen die klar zu den Beth stehen, die anderen, die bereit sind Opfer zu bringen, um endlich dem unseeligen Pakt mit den Beth zu entfliehen. Aber wieviel will jeder Einzelne einsetzen, das ist die Frage?
Die Segmahal haben Hoffnung erfahren und glauben jetzt fest an die Rückkehr der Prinzen. Sie warten nur noch auf den geeigneten Moment, um los zu schlagen. Doch, … wer vom Volk steht wirklich auf ihrer Seite und was wäre von ihrer Rückkehr zu erwarten?
Die Taquaris indes warten weiter ab. Immer klarer wird jedoch, worauf sie warten. Sie warten auf ein Zeichen, eine Rückkehr , …ein Bekenntnis. Aber auch hier ist nicht eindeutig, wie das genau aussehen soll? Hat die Familie der Garmaste, die damals bei dem Verrat ausgelöscht wurde, etwas damit zu tun?
Die Beth, insbesondere ihre Oberschwester, Äbtissin Tessone, scheinen die Fäden fest in ihrer Hand zu haben, doch brökelt die Zuversicht, Angst mischt sich unter die Gewissheit. Der subtile Zwang, der die Schwestern dazu brachte, in völliger Aufgabe zu dienen, ist offensichtlicher geworden. Selbst die Oberen gehen ihre eigenen Wege, Tessone und ihr unheiliger Gefährte müssen aufpassen, damit die Ordnung nicht zerfällt. Zwischen all dem schwirrt ein Schatten umher, eine Zuflucht, eine, die all diesem entflohen ist. Wer ist diese Lyra? Und kann sie helfen, die scheinbar unüberwindlichen Kräfte innerhalb des Klosters zu überwinden?
Selbst in der Arena stehen die Zeichen auf einen Umbruch. Die Regeln und Voraussetzungen für eine ideale Umsetzung der göttlichen Kampfvorstellung scheinen nicht mehr gegeben zu sein. Immer mehr haben sich die Kämpfe zu einem Spektakel entwickelt, an dem nur noch die Unterhaltung der Zuschauer von Wichtigkeit ist. Was ist von Efus, dem Herrn der Arena, zu erwarten, wenn sich die Dinge nicht so entwickeln wie er sich das vorstellt? Welche Macht hat er tatsächlich?
Yngrid, aus dem engen Tagesablauf des Klosterlebens entlassen, hat sich nach anfänglichen Zweifel, überzeugen lassen, Retiores Pontorc zur Seite zu stehen und bei den Taquaris um Rat zu fragen, doch war ihre Frage eine andere, als erwartet.
Und doch ist sie zur Insel der Garmaste gefahren, um dort nach einer Lösung des Problems der Piraten zu suchen. Retiores von Zweifeln geplagt, ahnt nichts Gutes, doch steht ihnen auch noch Usone, seine Schwester zur Seite, die fest entschlossen zu sein scheint, dem Fluch der auf ihnen lastet zu entrinnen.
Die Geschicke für Brandor haben zuletzt harte Prüfungen bereit gehalten:
Jüngst fast den Tod in der Arena erfahren, fast zu real, um es nicht glauben zu können. Einem Lichtstrahl gefolgt, als ihm sich die Chance zur Flucht ergab, doch auch hier nur knapp dem Tod entronnen. Dann noch die Pflanze, deren Wirkung tödlich vor sich hingärt.
Doch jetzt ist auch hier Klarheit entstanden. Das Patronat wurde beendet, der Turm des Wartens steht noch vor dem Schlund, der sich unweigerlich nähert, doch Farissa, seine Patronatin, steht zu Brandor, trotz aller Enttäuschungen, ist es … Liebe?
Farissa hat zumindest deutlich gemacht, dass es so nicht mehr weiter geht für sie. Falls Brandor und seine Gefährten keine Änderung herbei führen, dann sie, zusammen mit Maklatha, der in den Tiefen der Kerker auf die Chance seiner Rache wartet.
Bleibt noch Ares, der versucht hat, der Spur von Rowanthé zu folgen und dort war wo sie wohnte, um Zeugnisse von ihr zu finden, doch andere waren schon da und legten falsche Spuren.
Doch so einfach ließ sich Ares nicht täuschen. Als die Mata der Jersch ihn wieder fort schickte, ging er klaglos, um wieder nach Dingen von Rowanthé zu suchen. Ein wenig ratlos fragte er sich: es gab nicht nur den Ort, wo sie wohnte, sondern auch den, wo sie betete, den Ratschluss der Götter suchte.
Bevor er dies überprüfen konnte, wurde aber auch er in die jüngsten Ereignisse hinein gezogen. In der Fusa kam es zum Kampf der Piraten untereinander und Ares sollte nicht zuschauen können, er musste etwas tun. Er musste einfach…